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KAT-Übung Kroatien

Aktualisiert (Sonntag, den 06. April 2014 um 20:02 Uhr) Geschrieben von: Gwechenberger Balthasar Sonntag, den 30. März 2014 um 22:20 Uhr

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Salzburger Einheiten im Pumpeinsatz

Foto-Update!

EU-CroModEx-2014

Tank Lamprechtshausen als „Tank 2 Salzburg“ auf mit dem HCP-Modul in Zagreb

Weichselhochwasser 2010 in Polen  -  Hochwasser 2013 in Österreich - Eisregen 2014 in Slowenien … Hagel 2009 in Lamprechtshausen.

Naturereignisse von überregionaler Bedeutung sind in den letzten Jahren leider mehr und mehr ein Thema im europäischen Raum, leider auch mit immer stärker werdenden Ausprägungen.

Um diesen Tatsachen professionell gegenüber stehen zu können hat der LFV Salzburg den internationalen KAT-Zug geschaffen und im Rahmen der EU-Vorgaben „Module“ (=Einsatzeinheiten) als verfügbare Einheiten eingemeldet.

Eines davon ist das High-Capacity-Pumping-Modul (HCP), in dem unter anderem eine Hochleistungspumpe und ein HWA-Anhänger zur Verfügung stehen.

Das gesamte Modul besteht aus 13 Fahrzeugen und 41 Kräften, darunter 1 Rettungswagen und 2 Sanitäter.

Vom 21. März bis 24. März fand dazu im Rahmen der europäischen Union eine internationale Katastrophenübung statt, in der mehrere HCP-Module aus den Baltischen Staaten, Polen und Österreich sowie andere Module aus Kroatien teilnahmen. Die Übungskoordination seitens EU wurde mit Kräften aus Italien, Luxenburg, Finnland, Deutschland (THW), Belgien und Irland gestellt.

Nicht zuletzt wurde die gesamte Übung vom kroatischen Zivilschutz (DUZS) organisiert ausgerichtet. 

Das Salzburger „HCP-Modul Austria“ nahm an dieser Übung unter der Führung von BI Balthasar Gwechenberger (Teamleader (TL), FF Lamprechtshausen) teil, V Harald Mayer war als Fahrer von Tank Lamprechtshausen ebenfalls mit dabei.

 

Übungsablauf

Tag 1, Freitag 21. März 2014

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Verabschiedung in der Landesfeuerwehrschule
Die Mannschaft traf bis 06:00 h mit den Fahrzeugen in der Landesfeuerwehrschule ein und begann, Einsatzgerät und persönliche Ausrüstung auszufassen. Nach einem kurzen „Briefing“ durch TL Gwechenberger und SO (Safety Officer) Carlo Vanzini wurde das Modul von LFK LBD Leopold Winter verabschiedet und der Mot-Marsch Richtung Kroatien um 08:00 h planmäßig begonnen.

Ein kurzer Stopp vor dem Karawankentunnel und 2 Tankstopps in Slowenien reichten aus, um planmäßig um 15:00 h an der Autobahn-Grenze in Kroatien einzutreffen.

Nach der Zollkontrolle wurde der Zug von den lokalen Behörden bereits erwartet, weiter ging’s mit Polizeischutz ins RDC (Receive/Departure-Center).

Nun stand der Aufbau des BoO (Base of Operations) an, welches in einer Kaserne nahe Zagreb (Rakitje) vorgesehen war. Parallel konnte sich die Führungsmannschaft (TL Gwechenberger, OO (Operations Officer) Hans-Peter Pollhammer, OO Andreas Katstaller sowie SO Carlo Vanzini bereits die erste Einsatzstelle ansehen.

Nach dem einer weiteren Begutachtung von einer zweiten Einsatzstelle wurde um ca.21 Uhr der erste Einsatzbefehl zur Einsatzstelle „Rakitje 2“ gegeben. Das Szenario hier war „Schutz eines Dorfes vor Überschwemmung durch Halten des Wasserlevels eines kleinen Bagger-Sees“. Grundsätzlich „nur“ eine Pump-Aufgabe, allerdings in äußerst unwegsamem Gelände und in der Nacht.

Wie auch immer – nach Wegschaufeln eines Sandwalls, einer extrem schwierigen Anfahrt mit den großen Anhängern und dem Legen der Schlauchleitungen von HLP und HWA-Pumpen konnte kurz nach Mitternacht die Fertigstellung aller vorgesehenen Leitungen bekannt gegeben werden.

Nun wurde auf Schichtbetrieb umgestellt und der Großteil der Mannschaft rückte ins BoO ein. 6 Mann blieben vor Ort und hielten die beiden Pumpeinheiten (HLP 15m³/min und HWA 8 m³/min) bis in die Morgenstunden am Laufen.

  

Tag 2, Samstag 22. März 2014

Nach der Tagwache um 06:30 h und einem kurzen Frühstück wurde die Führungsmannschaft zum „Assessment“ der Einsatzstelle 2 gebeten, wobei zusammen mit allen Modulen zwei verschiedene Szenarien zur Auswahl standen. Die Teamleader hatten die Aufgabe, sich gemeinsam für eine Lösung beider Szenarien zu einigen.

Parallel wurde das Szenario des Vortages durch die Mannschaft abgebaut.

Um ca. 11:00 h wurde das Modul zur neuen Einsatzstelle nach Rakovick verlegt.

Szenario in Rakowick: Drohenden Dammbruch durch Pumpen von einer Einsatzstelle (Fluss Save) zu einem zweiten kleinen Gewässer und dann weiter in ein Moorgebiet verhindern.

An sich eine leichte Aufgabe, diesmal bei Tageslicht.

Jedoch auch hier stellten sich Tücken: Die Anfahrt mit dem Hänger zur Save musste im Flussbett erfolgen, was für Rüst Salzburg (SRF Hallein) im Geröll endete. Das Fahrzeug konnte sich aber durch die eingebaute Seilwinde selbst befreien.

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Versorgung der Person durch das Rote Kreuz
Während dem Legen der Leitungen wurde im Gestrüpp eine verletzte (oder tote) Person gefunden, welche durch die eigenen Rettungskräfte erstversorgt werden konnte. Die dann herbeigerufenen lokalen Einsatzorganisationen (Polizei, Rettung) stellen Beweismaterial sicher (Spritze, Drogen, Rucksack …), worauf ein Denunziant aussagte, TL Gwechenberger sei der Eigentümer des gefundenen Rucksackes.

Daraufhin wurde TL Gwechenberger in Gewahrsam genommen und von der Polizei in die 20 km entfernte Inspektion zum Verhör gebracht. Nicht natürlich, ohne das Kommando an einen Stellvertreter zu übergeben (OO BR Katstaller), welcher das Szenario fertigstellen konnte.

In den Nachtstunden fiel dann eine ebenfalls in diesem Raum eingesetzte polnische Pumpe aus, wodurch eine extrem kritische Lage für erzeugt wurde, die den sofortigen Einsatz aller zur Verfügung stehenden Pumpen erforderte.

Durch gemeinsames Arbeiten mit den polnischen Kräften und dem Einsatz der Einbaupumpe von Tank 2 (Lamprechtshausen) sowie dem Legen mehrere B-Leitungen konnte wieder ein Gleichgewicht hergestellt werden.

Die extreme Flexibilität des Moduls konnte hier sehr gut unter Beweis gestellt werden.

Die Nachtstunden wurden von der Mannschaft aus Mariapfarr übernommen, welche bis 04:00 h morgens die Pumparbeiten aufrecht hielt.

Parallel wurde die Führungsmannschaft (inkl. dem wieder frei gelassenen TL Gwechenberger) zum Erkunden der Einsatzstelle 3 gebeten, welche 50 km entfernt lag.

  

Tag 3, Sonntag 23. März 2014

Sofort nach der Tagwache um 04:30 h wurde die Mannschaft zum Abbau der Einsatzstelle 2 eingesetzt, was bis 07:00 h erledigt werden konnte.

Danach wurde im Konvoi zur Einsatzstelle 3 nach Cice verlegt, Fahrzeit eine Stunde.

Dortiges Szenario: Abpumpen von Hochwasser in ein anderes Gewässer, um weitere Überflutungen von Gebäuden zu verhindern.

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Schlauchbrücke
Hier wurde das Team Austria sehr schnell mit der initial gestellten Anforderung fertig, es wurden ca. 120 m lange Schlauchleitungen parallel mit allen Pumpen gelegt.

Etwas später begannen auch die anderen Teams an derselben Einsatzstelle die Pumparbeiten zu unterstützen, sodass das Szenario bis ca. 10:30 Uhr aufgebaut war.

Gerade als alle Teams mit dem Aufbau (auch mit vereinten Kräften) fertig waren wurde ein zusätzliches Szenario eingespielt: In einer alten Halle wurden Explosionen von Feuerwerkskörpern angenommen, wodurch plötzlich ganz in der Nähe der Einsatzstelle 4 schwer verletzte Personen sowie ein Brand zu bekämpfen waren.

Das Team Austria konnte einmal mehr die Flexibilität zeigen und innerhalb kürzester Zeit die Verletzten unter Atemschutz mittels Crash-Rettung aus dem Gefahrenbereich bringen und dem eigenen RK übergeben, bevor lokale Kräfte eintreffen konnten.

Danach wurde zur Brandbekämpfung aufgebaut, diese jedoch nicht begonnen. Es wurde dabei sehr starker Wert auf klare Vorgehensweise entsprechend dem Standard-Operation Plan (SOP) sowie auf Sicherheit und Klarheit der Instruktionen gelegt. Nach diesen eingespielten Ereignissen wurde die geordnete Evakuierung des Geländes angeordnet, wodurch alle Teams die Szenarien abbauen konnten.

Nach einem gemeinsamen MOT-Marsch trafen alle eingesetzten Kräfte um ca. 16:00 h im BoO ein.

Danach erfolgten für die Teams die Feedback-Gespräche in eigener Runde sowie mit den Trainern und Bewertern der Übungsleitung.

Um 19:00 fand ein Social Event mit einem Abendessen in der Kaserne statt, an dem Möglichkeit zur Diskussion und Feedback bestand.

  

Tag 4, Montag 24. März 2014

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Das Base of Operations Camp
Um 06:30 wurde mit dem Abbau des BoO begonnen, was bereits um 09:00 h erledigt war, da bereits am Vortag sehr viel an Vorarbeit geleistet werden konnte.

Um 09:00 setzte sich der Mot-Marsch nach Österreich in Bewegung, geführt vom Kommando 2, da die Teamleitung noch einer Abschlussdiskussion und Präsentation beiwohnen musste.

 Einige Fahrzeuge verließen den Konvoi bereits auf der Strecke, die restlichen Fahrzeuge wurden um 17:45 Uhr im Landesfeuerwehrkommando vom LFK empfangen.

 


FAZIT

Das HCP-Modul Austria unter der Leitung von BI Gwechenberger konnte bei dieser Übung den realen Einsatz sehr gut beüben, die Organisation und die Ausarbeitung der Szenarien waren fordernd aber machbar.

Das Team selbst hat in kürzester Zeit einen unglaublichen Teamgeist entwickelt, die Zusammenarbeit untereinander funktionierte problemlos.

Es konnten weiters viele Erfahrungen für einen realen Einsatz gesammelt werden, welche eine noch bessere Vorbereitung ermöglichen. Alle Ideen und Verbesserungsmaßnahmen werden in den vorhandenen Gremien in nächster Zeit behandelt.

In Summe konnte das HCP-Modul Austria ihre Schlagkraft beweisen, vor allem die Flexibilität und Schnelligkeit des österreichischen Konzeptes wurden klar aufgezeigt.

Die beiden Mitglieder der Feuerwehr Lamprechtshausen (welche in Summe 9 Kräfte in den Internationalen KAT-Zug eingemeldet hat) war es auf alle Fälle ein lehrreiches und großartiges Erlebnis.

 

Bilder:

 

Weitere Fotos folgen!